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Sep 04

Praxis der Bausparkassen laut Verbraucherschutz bedenklich

Durch die aktuell niedrigen Zinsen für Baufinanzierungen wollen immer mehr Menschen ins Eigenheim. Doch ohne Eigenkapital wird es trotzdem oft schwierig, an einen geeigneten Kredit zu gelangen, denn gerade für Familien bleibt am Ende des Monats kaum Geld in der Kasse, dass für die Tilgung einer Baufinanzierung verwendet werden könnte. Bausparkassen versuchen gerade solche Kunden von den günstigen Konditionen ihrer Bauspar- oder Kombiverträge zu überzeugen. Die Verbraucherzentralen warnen jedoch davor, sich von den scheinbar günstigen Zinsen locken zu lassen, denn die eigentlichen Kosten eines solchen Vertrages sind enorm.

Vorsicht vor versteckten Kosten

Hohe Kosten bei Bausparverträgen

Hohe Kosten bei Bausparverträgen
Foto: Margot Kessler / pixelio.de

Die Bausparkassen werben derzeit teilweise mit Darlehenszinsen unter 1,5 Prozent, die man sich mit Abschluss eines Bausparvertrages sichern könne. Doch anders als bei Baufinanzierungen sehen sich die Bausparkassen nicht an das Urteil des Bundesgerichtshofs gebunden, dass Banken keine Kontogebühren für Darlehensverträge verlangen dürfen. Beim Abschluss eines Bausparvertrages ist außerdem bereits ein Prozent der Bausparsumme fällig, hinzu kommen auch noch Bearbeitungs- und Zuteilungsgebühren. All diese Kosten weisen Bausparkassen in ihrem Effektivzins, der bei Baufinanzierungen alle Kosten des Darlehens enthält, nicht aus. Damit erhöhen sich die realen Kosten des Bausparvertrages so sehr, dass die niedrige Verzinsung des gesparten Betrages zur Deckung oft nicht ausreicht. „Bausparen ist die reine Geldvernichtung“ urteilt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Bausparen nicht besser als Baufinanzierung

Trotz dieser Einschätzung wurden im vergangenen Jahr 3,5 Million Bausparverträge abgeschlossen. Mit Hochdruck versuchen die Bausparkassen diese für sie sehr profitable Anlageform an die zukünftigen Eigenheimbesitzer zu bringen. Kombikredite aus einem Vorausdarlehen und einem Bauspardarlehen sind sogar noch einträglicher, denn hier belaufen sich die realen Kosten für den Bausparer schnell auf über 5 Prozent Zinsen pro Jahr. Gerade finanziell nicht so starke Kunden lassen sich aber trotzdem auf die Angebote ein, wenn sie keine klassische Baufinanzierung erhalten. Das ist laut Verbraucherzentrale jedoch ein großer Fehler. Besser sei es, zunächst Eigenkapital anzusparen und dann auf eine Baufinanzierung zu setzen, bei der 80 Prozent der Kaufsumme finanziert werden.


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